Sonntag, 12.08.2007
Vom Pfeifen im Walde

oder der investigative Journalist über die unwürdigen Blogger. So wie wir es heute in der Süddeutsche.de unter Abgebloggt! lesen können. J. Boie hat einen extrahart recherchierten Artikel verfasst, der eindeutig darlegt, dass Bloggs eh nur nichtsnützige Tagebücher sind..
Ich bin ja nun wirklich nicht der Rächer der Blogger, mit meiner zeitlich und bloggzahlig geringen Zugehörigkeit "innerhalb eines geschlossenen Zirkels", dennoch habe ich dazu etwas zu schreiben. Natürlich werde ich dies in mein "bestenfalls öffentlich einsehbares und privat gefühten Tagebuch tun, dem es an jeder gesellschaftlichen Relevanz fehlt."
An JEDER! Da war ja Frau Merkels: "Die Atomkraft ist 100%ig sicher." noch nachvollziebar. Wer solche Aussagen trifft, hat mein vollstes Vertrauen...Zumal wenn er ein Lohnbezieher bei einer Konsensfabrik ist....
Auch die hellseherischen Fähigkeiten eines vollwertigen Journalisten kann ein Blogger nicht vorweisen. Herr Boie weiß nämlich ganz genau, warum Blogger in Deutschland für immer und ewig ohne gesellschaftliche Relevanz bleiben werden:
"Dabei wird hierzulande gerne übersehen, dass die Ausgangssituation in
Deutschland eine grundlegend andere ist als in den Vereinigten Staaten.
Die Medienlandschaften unterscheiden sich stark.
"Öffentlicher Rundfunk spielt in den USA eine wesentlich geringere Rolle als in Deutschland, erklärt Jan Schmidt, bloggender Kommunikationswissenschaftler der Universität Bamberg. Die typische Zielgruppe von Blogs - gebildet und medienkritisch - habe daher in den USA einen größeren Bedarf an unabhängigen Medien." (Quelle:SZ)
Gesellschaftliche Relevanz erlangt man sowieso am ehesten mit einem abgeschlossenen Studium (Publizistik?) und einer Mitgliedschaft/Berufstätigkeit in der zum überwiegenden Teil angepassten und gleichgeschalteten (u.a. gedruckten) Presse (SZ?)...
Schnödes Expertenwissen dagegen kann diese Relevanz nie erringen.
MMMhhhhh, so.
"In Deutschland, so Schmidts Resumee, habe es weder vergleichbare
Initialereignisse gegeben, noch sei das Bedürfnis nach alternativen
Informationsmöglichkeiten so hoch wie in den Vereinigten Staaten."(Quelle:SZ)
Ich denke mir, dass die "SZ" und Ihresgleichen daran weiter arbeiten werden.Initialereignisse gegeben, noch sei das Bedürfnis nach alternativen
Informationsmöglichkeiten so hoch wie in den Vereinigten Staaten."(Quelle:SZ)
Aber, könnte es nicht auch sein, dass es auch in Deutsch - Michelland wenigsten noch eine kleine "gebildete und medienkritische" Zielgruppe gibt? So eine kli-kla klitzekleine? Medienkritisch vielleicht auch gegenüber den Öffentlich - Rechtlichen? Und wenn dem so ist, ergibt das vielleicht keine öffentliche Relevanz? Vielleicht nicht, aber eine geneigte Leserschaft...
Ich für meinen Teil suche doch bei den etablierten Medien nur nach Themen, eher selten nach Inhalten...Die kann man sich bei den tagebuchführenden Experten der Bloggs oftmals viel besser organisieren als in einer, sagen wir mal einen Tag alten, sagen wir zum Beispiel, äh "SZ"...?
Wie man (s)eine Zeitung macht hat der Autor ja indirekt selber im Artikel anklingen lassen:
"Innerhalb eines geschlossenen Zirkels (Blogger, Anm. d. Verf.) über Außenstehende zu lachen, ist
natürlich nicht unbedingt schlimm. Wenn man allerdings vorhat, diesen
abgeschlossenen Zirkel zu vergrößern, ist es nicht besonders klug."( Quelle:SZ)
natürlich nicht unbedingt schlimm. Wenn man allerdings vorhat, diesen
abgeschlossenen Zirkel zu vergrößern, ist es nicht besonders klug."( Quelle:SZ)
Also, bloß keinem Weh tun! Mainstream ist immer gut.Hauptsache die Auflage stimmt, dann ist man elegant Relevant.
So denne nu, hier ist er: ein weiterer Blogbeitrag ohne jede gesellschaftliche Relevanz wurde nun geschrieben, zu einem relevanz und niveaulosen Artikel in der SZ, von Herrn Boie, alias: "the brain".
Liest eh keiner, macht mir aber nicht das geringste aus. Denn wir lernen eines noch von dem Herrn beim süddeutschen Wahrheitsverkünder: Eigendlich sind es nur die glorreichen einhundert, den Rest der Blogger kannst du gleich vergessen.
Und sollten doch ein mal der Eine oder Andere gesellschaftliche Relevanz erlangen, schaffen wir neben unseren bereits vorhandenen Abmahnwahnsinn vielleicht einfach ägyptische Verhältnisse.
Als letzter Ausweg, bei zu viel Schiss vor Konkurenz, nicht Alternative!, kann Journalistmensch ja dann am Ende noch pfeifen, so wie Herr Boie....und zwar im dunklen, dunklen Blätterwald....
In diesem Sinne, Ich danke Sie.
LINKS:
- F!MBR: Die Angstpsychose der alten Medien
- retroaktiv: Hallo Süddeutsche!
- Maingold: Journalistische Blogversteher
- Wallküre: Herr Boie tappt im Dunkeln
- Delphine hauen
- Thüringer Bloggzentrale: Oberflächlich abgebloggt
- Juli Paradise-Ich bin ein Aufhänger
- Am Ende des Tages
- Süddeutsche Zeitung: Abgebloggt!
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